Neues Kundenprojekt und neuer Brancheneinblick: Warum der technische Einkauf bei kleinen Stückzahlen auf Teileebene rechnen muss

Ein Kunde, der kaum Einsparpotenzial erwartet hatte. 180 von 198 Teilenummern auf Teileebene gerechnet, rund 91 % des Einkaufsvolumens, rund 20 % identifiziertes Einsparpotenzial und dazu ein wahrscheinlicher Fehler in den PLM-Gewichtsdaten mit Folgen weit über den Einkauf hinaus.

Neues Kundenprojekt und neuer Brancheneinblick: Warum der technische Einkauf bei kleinen Stückzahlen auf Teileebene rechnen muss

Wir haben diese Woche ein Kundenprojekt und ein Brancheneinblick zusammen veröffentlicht, weil das eine der Beleg für das andere ist. Der Kunde ist ein Hersteller aus Luft- und Raumfahrt und Verteidigung mit mehr als 2.000 technischen Zukaufteilen im Umfang, die meisten davon in Jahresmengen zwischen 1 und 25 Stück. Das analysierte Lieferantenportfolio umfasste 198 Teilenummern und mehr als 550.000 € Einkaufsvolumen. COVALYZE hat 180 davon auf Teileebene gerechnet, rund 91 % des Einkaufsvolumens, und rund 20 % Einsparpotenzial identifiziert.

Der Kunde hatte wenig bis gar nichts erwartet. Ein Grund war die Zurückhaltung, bei schwankenden Rohstoffpreisen überhaupt wieder auf die Lieferanten zuzugehen, weil eine Nachfrage schnell neue Preiserhöhungen nach sich zieht. Das Ergebnis fiel differenzierter aus als „hoch“ oder „niedrig“: Bei einigen Teilen lag der Lieferant über dem Should-Cost, bei anderen wettbewerbsfähig, in einzelnen Fällen unter den gerechneten Kosten. Stahlteile waren durchgehend schärfer kalkuliert als GFK-Teile, was zu einer breiteren Lieferantenbasis und stärkerem Wettbewerb auf der Stahlseite passt. Eine Betrachtung auf Warengruppenebene hätte all das weggemittelt.

Ein Befund reichte über den Einkauf hinaus. Der Abgleich der 2D-Zeichnungsdaten mit der 3D-Geometrie zeigte Zeichnungsgewichte, die rund halb so hoch lagen wie die Rechnung aus dem Modell. Wahrscheinliche Ursache ist eine Standarddichte von 1,0 für GFK in den PLM-Stammdaten des Kunden, während für den tatsächlich eingesetzten Werkstoff eher 1,9 realistisch ist. In die Kalkulation ging das korrigierte, höhere Gewicht ein, womit die Einsparzahl konservativ blieb. Der Hinweis auf die Datenqualität zählt jetzt auch für Logistik, Transport und Lagerhaltung.

Der begleitende Brancheneinblick verallgemeinert den Fall: Bei gemischten Teilen und kleinen Stückzahlen tragen durchschnittliche Kilopreise als Benchmark nicht, und vor der Prüfung durch den Lieferanten hält nur eine nachvollziehbare Kostenlogik je Teil stand. Jedes Teil braucht sein eigenes Verhandlungsargument.

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