Ausgangslage
Auf einen Blick
Unser Kunde
Unser Kunde ist eine internationale Beratungsgruppe. Sie begleitet einen weltweit tätigen Industriekonzern dabei, seinen Einkauf neu aufzustellen: mehr aus dem Einkaufsvolumen herausholen, die Lieferantenbasis widerstandsfähiger machen und die Leistung in einer komplexen internationalen Lieferkette verbessern.
Der Automobilzulieferer wollte wissen, was die Kosten einer sehr speziellen Gruppe elektrischer Kontaktbauteile tatsächlich treibt. Was zunächst nach einem überschaubaren Datensatz von 45 CAD-Dateien aussah, enthielt technische Angaben zu 172 Varianten, versteckt hinter verschachtelten Zeichnungsstrukturen, großformatigen Unterlagen und eingebetteten Verweisen aus dem Einkaufssystem.
Mit COVALYZE PartIQ und COVALYZE Analytics hat das Projektteam für jede relevante Kontaktvariante offengelegt, welche technischen Merkmale sie hat, woraus sie besteht und wie sich ihre Kosten zusammensetzen. Daraus wurde eine belastbare Grundlage für Lieferantenverhandlungen, für die Materialoptimierung und für Sourcing-Entscheidungen.
Kennzahlen
Der Zeichnungsumfang, den der Kunde geliefert hat.
Technische Varianten, die beim Auslesen und bei der Variantenerkennung auftauchten.
So viele fertigungsrelevante Datensätze blieben nach der Bereinigung übrig.
Bis in diese Feinheit wurden Gewicht und Materialanteile gerechnet.
Über dieses Sourcing-Volumen wurde das Kostenmodell gegen Benchmarks geprüft.
Das Halbzeug war der größte direkte Kostentreiber.
Die Aufgabe
Die Herausforderung
Schon bei der ersten Durchsicht der Zeichnungen für die sogenannten Context Contacts war dem Projektteam klar, wie ungewöhnlich komplex dieser Datensatz war.
Komplexität, die in den Zeichnungen steckt
Zum Projekt gehörten zunächst nur 45 CAD-Dateien. In jeder steckten jedoch umfangreiche Angaben und zusätzliche Variantennummern aus dem Einkaufssystem. Eine einzelne Zeichnung enthielt zahlreiche technische Details, darunter:
- » Länge, Breite und Dicke
- » Anzahl der kundenspezifischen Biegungen
- » Die jeweiligen Materialschichten
- » Oberflächenkennzeichnungen
- » Eine definierte Grundfläche
- » Fertigungs- und lieferantenbezogene Anforderungen, als Textelemente direkt in den Zeichnungen hinterlegt
Blinder Fleck
Ein Teil der Dateien lag im Format DIN A0 und enthielt große Variantentabellen. Viele gängige Verfahren kommen damit nicht zurecht, auch solche, die erst auf Ihren Daten trainiert werden müssen.
Der Kunde brauchte einen verlässlichen Weg, aus diesen sehr komplexen technischen Unterlagen strukturierte Daten zu machen und zu beziffern, was die gestiegenen Rohstoffpreise kaufmännisch tatsächlich bedeuten.
Ablauf
Unser Vorgehen
Zeichnungen digitalisieren und Merkmale auslesen
Mit COVALYZE PartIQ hat das Projektteam alle technischen Zeichnungen digitalisiert und für jede Variante die Merkmale strukturiert ausgelesen.
Varianten auslesen
Die automatische Erkennung von Teilenummern und Varianten, zusammen mit Large Document Processing, zeigte: Die ursprünglichen 45 CAD-Dateien enthielten technische Angaben zu 172 Varianten.
Warengruppe bereinigen
Nach der Klassifizierung blieben 132 gültige Kontaktvarianten. Ausgeschlossen wurden:
- » MRO-Bestellungen (Maintenance, Repair & Operations)
- » Weitere Warengruppen, die nicht dazugehörten und versehentlich im Datensatz gelandet waren
Schichtaufbau prüfen
Für jede Variante hat das Team den dreischichtigen Materialaufbau geprüft:
Technische und kaufmännische Analyse
Mit COVALYZE Analytics hat das Team die ausgelesenen Parameter und die Einkaufswerte vollautomatisch in einem technischen Kostenmodell ausgewertet.
Technisches Kostenmodell
Für jede geprüfte Variante hat das System ermittelt:
- » das genaue Gewicht
- » die Materialanteile
- » die Rohstoffzusammensetzung des jeweiligen Bauteils
Die Genauigkeit reichte bis auf 0,01 Gramm. Bei dem hohen Silberanteil zählt das: Schon kleine Abweichungen schlagen in der Serie deutlich auf die Kosten durch.
Rohstoffrisiko
Die Rohstoffkosten wurden mit den aktuellen Marktnotierungen verglichen. Preisentwicklung der vergangenen 12 Monate:
Die Lieferanten forderten deutliche Preiserhöhungen, weil das Rohmaterial zum zentralen Kostentreiber geworden war.
Was das kaufmännisch bedeutet
Eine vollständige Kostenrechnung über 12 Mio. $ Einkaufsvolumen, einschließlich der Margen je Lieferant, zeigte:
Mehr als 55 % der direkten Herstellkosten entfielen auf das Halbzeug (Bandmaterial)
Verteilen sich fast gleichmäßig auf:
Szenarien für die Optimierung
Auf Basis der Analyse hat das Team gezielte Optimierungsszenarien entwickelt:
Silber ersetzen, wo es technisch möglich ist
Rohmaterial über günstigere Bezugswege beschaffen
Die Lieferantenbasis strategisch neu ausrichten, besonders angesichts der weltweiten Handelsbeschränkungen
Bereits erkanntes Risiko
Die ausgewerteten 45 CAD-Dateien deckten nur rund 30 % des gesamten Warengruppenvolumens ab. Trotzdem reichte die Analyse bereits aus, um ein Kostenrisiko im Millionenbereich sichtbar zu machen.
Wirkung im Einkauf
Das Ergebnis
Das Team hat 132 geprüfte Kontaktvarianten technisch durchgerechnet, die Materialkosten im Detail bewertet und jeden Lieferanten kaufmännisch eingeordnet. Damit hat der Kunde eine belastbare Grundlage, um Preise aktiv zu steuern.
Bereit für die Verhandlung
Damit konnte das Unternehmen:
- » die tatsächlichen Kostentreiber hinter den Preiserhöhungen der Lieferanten benennen
- » in Lieferantenverhandlungen stärker auftreten
- » Maßnahmen nach Fakten priorisieren statt nach Annahmen
- » die Rohstoffabhängigkeit in einem stark schwankenden Markt aktiv steuern
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„Wir sind stolz darauf, zeigen zu können, wie aus einem zersplitterten, schwer zu verarbeitenden technischen Datenbestand eine klare Entscheidungsgrundlage für Einkauf, Kostenoptimierung und strategisches Sourcing geworden ist.“
Der Zeichnungsumfang, den der Kunde geliefert hat.
Technische Varianten, die beim Auslesen und bei der Variantenerkennung auftauchten.
So viele fertigungsrelevante Datensätze blieben nach der Bereinigung übrig.
Bis in diese Feinheit wurden Gewicht und Materialanteile gerechnet.
Über dieses Sourcing-Volumen wurde das Kostenmodell gegen Benchmarks geprüft.
Das Halbzeug war der größte direkte Kostentreiber.
Was als Auswertung technischer Zeichnungen begann, wurde zu einem strategischen Programm für Kostentransparenz.
Von der technischen Prüfung zur Preissteuerung
Weil Geometrie, Materialaufbau und Kostenstruktur offen auf dem Tisch liegen, führt der Kunde die Gespräche mit seinen Lieferanten nicht mehr reaktiv. Er steuert die Preise mit Zahlen und geht die Optimierungen gezielt an.