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Mikrocontroller: angereicherte Teiledaten und Kostentransparenz bei einem Maschinenbau-OEM

Mikrocontroller: angereicherte Teiledaten und Kostentransparenz bei einem Maschinenbau-OEM

Der Fall in Kürze

Für 190 Mikrocontroller wuchs die technische Datenbasis von 5 auf 200 Parameter. Das statistische Modell erreicht eine Güte von 92 % und zeigt die tatsächlichen Kostentreiber. Auf einem Einkaufsvolumen von deutlich über 7 Mio. € liegt das identifizierte Einsparpotenzial über 12 %.

190

Mikrocontroller analysiert

200

Parameter je Teil

Branchen

Maschinenbau Industrielle Fertigung Elektronikeinkauf OEM-Einkauf

Veröffentlicht

Autor

Covalyze Team

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Kurzüberblick

Auf einen Blick

Team bei der Auswertung von Analysen für den industriellen Einkauf
Technische Datenanreicherung und kaufmännische Modellierung liefen im Projekt Hand in Hand.

Unser Kunde

Unser Kunde ist ein sehr großer, weltweit tätiger Maschinenbauer mit einem breiten Maschinenportfolio und Standorten rund um den Globus. Als OEM kauft er elektronische Bauteile in erheblichem Umfang ein. Die Teile stecken quer durch das Produktprogramm und kommen von vielen verschiedenen Lieferanten.

Am Anfang stand eine eng gefasste Frage: Kann COVALYZE PartIQ die technische Datenbasis für rund 190 aktive Mikrocontroller erweitern, zu denen bis dahin nur fünf Parameter vorlagen? Daraus wurde deutlich mehr als eine Datenanreicherung. Mit PartIQ und COVALYZE Analytics entstand eine Auswertung für die ganze Warengruppe: Der Einkauf kann sagen, was einen Mikrocontroller teuer macht, wo er gegenüber einem Lieferanten Gewicht hat und welche Typen sich für kommende Produkte streichen lassen.

Kennzahlen

190 Mikrocontroller analysiert

Aktive elektronische Bauteile, zu denen der Kunde je nur 5 Parameter geliefert hat.

200 Parameter je Teil

Technische Merkmale insgesamt, nach der Anreicherung über die MPN aus externen Katalogquellen.

~80 Relevante Parameter

Analytische Basis, nachdem dünn besetzte und unzuverlässige Merkmale ausgefiltert waren.

20+ Lieferanten

Aktive Lieferantenbasis, auf die sich das Volumen vor jeder Bündelung verteilt hat.

>7 Mio. € Einkaufsvolumen

Volumen der 190 untersuchten Mikrocontroller.

>12 % Einsparpotenzial identifiziert

Identifiziertes Potenzial über das untersuchte Einkaufsvolumen von über 7 Mio. €.

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Ausgangslage

Die Herausforderung

Die interne Datenbasis war extrem dünn: 190 Mikrocontroller, beschrieben durch jeweils nur fünf technische Parameter – einer davon praktisch unbrauchbar.

Womit der Kunde startete

Der vom Kunden gelieferte Datensatz enthielt je Teil diese fünf Merkmale:

  • » MPN-Nummer (dient als eindeutiger Schlüssel)
  • » Pinanzahl
  • » Betriebsspannung
  • » Temperaturbereich (min / max)
  • » Gewicht in Kilogramm – in dieser Größenordnung durch die Rundung in Excel unbrauchbar

Auf dieser Basis ließ sich das Preisverhalten nicht modellieren, Teile ließen sich nicht über Lieferanten hinweg vergleichen, und keine Bündelung ließ sich belastbar begründen.

Was die Daten schwierig machte

  • » Externe Katalogquellen benannten identische Parameter uneinheitlich und lieferantenspezifisch
  • » Nicht zu jedem Teil lagen alle Parameter vor; fehlende Werte mussten von echten Nullwerten unterschieden werden
  • » Merkmale zur Bauform waren vorhanden, aber über verschiedene Katalogstrukturen verstreut
  • » Die Pinanzahl, der stärkste Kostentreiber, tauchte auf den Plattformen unter mehreren Bezeichnungen auf

Blindflug

Über 7 Mio. € Einkaufsvolumen verteilten sich auf mehr als 20 Lieferanten, ohne dass der Einkauf die technische Vergleichbarkeit dazu hatte: keine belastbare Argumentation in der Verhandlung, keine erkennbaren Substitute, keine Grundlage für eine Bündelung der Lieferantenbasis. Der Preis war dabei nur die eine Seite. Mit jedem Projekt wuchs die Zahl der freigegebenen Mikrocontroller-Typen, die spätere Entwicklungen mitschleppen müssen.

Einkaufsteam ohne belastbare technische Daten
Die Daten fehlten gar nicht: Die technischen Merkmale lagen extern vor, nur nicht in einer einheitlichen, vergleichbaren Form.
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Umsetzung

Unser Vorgehen

Phase 01

Quellen-Benchmark und Datenanreicherung

Mit COVALYZE PartIQ hat das Team zuerst die beste externe Datenquelle bestimmt und danach alle 190 Mikrocontroller über den MPN-Abgleich mit dem Katalog angereichert.

Plattformen im Vergleich

Mehrere Katalog- und Distributorenplattformen wurden gegen die 190 MPNs getestet und nach Trefferquote und Rücklauf sortiert. Die beste Quelle wurde zur Hauptquelle für die Anreicherung.

Anreicherung über die MPN

Mit der MPN als eindeutigem Schlüssel hat PartIQ die technischen Daten aus der gewählten Plattform gezogen und strukturiert. Aus 5 Parametern je Mikrocontroller wurden 200.

Bezeichnungen vereinheitlicht

Die uneinheitlichen, lieferantenspezifischen Bezeichnungen wurden auf einen gemeinsamen Satz abgebildet. Aus verstreuten Katalogfeldern wurde eine Parameterlogik, die für alle 190 Teile gleich gilt.

Phase 02

Parameter harmonisieren und reduzieren

Nach der Anreicherung standen 200 Parameter je Teil im Datensatz. In einem strukturierten Schritt blieben davon rund 80 übrig: alle, die statistisch belastbar und für die Auswertung relevant sind.

Dashboard mit der Merkmalsübersicht in COVALYZE Analytics
Nach Anreicherung und Harmonisierung liegt für jeden der 190 Mikrocontroller ein einheitlicher, vergleichbarer technischer Datensatz vor.

Was aussortiert wurde und warum

Von 200 auf rund 80 Parameter kam das Team, indem es entfernt hat:

  • » Gewicht in Kilogramm: die Werte sind in dieser Einheit zu klein und durch die Rundung in der Tabelle vermutlich verfälscht
  • » Parameter mit weniger als 5–6 Einträgen auf Teileebene: statistisch zu dünn für das Modell
  • » Doppelte und redundante Felder, entstanden durch unterschiedliche Bezeichnungen in den Katalogquellen

Ein fehlender Wert und eine echte Null mussten auseinandergehalten werden: Ein Mikrocontroller mit 0,00 MB eines bestimmten Speichertyps ist etwas anderes als einer, zu dem nichts erfasst ist. Ohne diese Unterscheidung wird das Preismodell unbrauchbar.

Von 5 auf 200 auf 80

Die Datenbasis durchlief drei Stufen:

Vom Kunden geliefert
5 Parameter, einer unbrauchbar
Nach der Anreicherung
200 Parameter je Mikrocontroller
Nach der Reduktion
~80 statistisch relevante Parameter
Phase 03

Statistisches Modell und Szenarien

Mit COVALYZE Analytics hat das Team ein statistisches Preismodell über alle 190 Mikrocontroller gerechnet. Die Güte des Modells liegt bei 92 % – für eine Analyse dieser Art ein sehr hoher Wert.

Die Kostentreiber

Das Modell beziffert, welchen Anteil jedes technische Merkmal an den beobachteten Preisunterschieden hat:

Pinanzahl ~45 %

Stärkster Treiber: Kein anderes Merkmal erklärt den Preis eines Mikrocontrollers so gut.

Speicher (MB) 28 %

Zweiter Treiber, mit einem eigenen Beitrag neben der Pinanzahl.

Stückzahl 7 %

Überraschend niedrig: Die Menge erklärt die beobachteten Preisunterschiede kaum.

Dashboard zur Modellgüte in COVALYZE
Das COVALYZE-Modell erreicht eine Güte von 92 % und zeigt, welche technischen Merkmale den Preis der Mikrocontroller bestimmen.

Überraschender Befund

Die Stückzahl erklärt nur 7 % der Preisunterschiede, deutlich weniger als erwartet. Das dreht die Verhandlungslogik um: Mengen zu bündeln bringt hier für sich genommen nichts. Die Hebel liegen in der technischen Vergleichbarkeit und in der Konzentration auf weniger Lieferanten.

Szenarien für die Warengruppe

Aus dem Modell und der Ähnlichteilerkennung sind vier Szenarien entstanden:

Szenario 01

Lieferantenbasis bündeln und Volumen von den vielen kleinen Lieferanten auf einen Kern verlagern, bei dem der Einkauf mehr Gewicht hat

Szenario 02

Technisch gleichwertige Mikrocontroller ersetzen, wenn Listenpreis oder Konditionen besser sind

Szenario 03

Bauteilvielfalt begrenzen und für neue Produkte weniger Mikrocontroller-Typen freigeben

Szenario 04

Verhandlungen über Pinanzahl und Speicher führen statt allein über den Stückpreis

Dashboard zur Ähnlichteilerkennung in COVALYZE
Über die Ähnlichteilerkennung findet der Kunde technisch gleichwertige Mikrocontroller und kann prüfen, wo sich ein Wechsel über die Lieferantenbasis hinweg lohnt.
04

Ergebnis und Wirkung

Das Ergebnis

Aus 5 Parametern wurden rund 80 relevante Parameter, dazu ein statistisches Modell mit einer Güte von 92 %. Damit sieht der Einkauf zum ersten Mal, wie die Preise über ein Einkaufsvolumen von deutlich über 7 Mio. € zustande kommen.

Was sich für den Einkäufer ändert

Der Einkauf kann seit dem Projekt:

  • » alle 190 Mikrocontroller anhand von rund 80 technischen Parametern bewerten statt anhand von 5
  • » technisch ähnliche und austauschbare Teile sicher erkennen
  • » benennen, welche Merkmale den Preis treiben, und mit dieser Logik in die Lieferantenverhandlung gehen
  • » beurteilen, wo sich die Bauteilvielfalt in künftigen Produkten verringern lässt
  • » Volumen zwischen mehr als 20 Lieferanten gezielt verschieben, nach Verhandlungsposition und technischer Vergleichbarkeit
Christian Haas, Geschäftsführer der valunoo GmbH

„Angefangen hat es mit der Bitte, fehlende Mikrocontroller-Daten zu ergänzen. Am Ende sieht der Kunde, was die Kosten treibt, wo er seine Lieferanten fordern kann und wo sich die Bauteilvielfalt für kommende Produkte verringern lässt.“

Christian Haas Geschäftsführer, valunoo GmbH
Kennzahlen
190 Mikrocontroller analysiert

Aktive elektronische Bauteile, zu denen der Kunde je nur 5 Parameter geliefert hat.

200 Parameter je Teil

Technische Merkmale insgesamt, nach der Anreicherung über die MPN aus externen Katalogquellen.

~80 Relevante Parameter

Analytische Basis, nachdem dünn besetzte und unzuverlässige Merkmale ausgefiltert waren.

20+ Lieferanten

Aktive Lieferantenbasis, auf die sich das Volumen vor jeder Bündelung verteilt hat.

>7 Mio. € Einkaufsvolumen

Volumen der 190 untersuchten Mikrocontroller.

>12 % Einsparpotenzial identifiziert

Identifiziertes Potenzial über das untersuchte Einkaufsvolumen von über 7 Mio. €.

Pinanzahl ~45 %
Speicher (MB) 28 %
Stückzahl 7 %
Strategische Wirkung

Aus einer Datenaufgabe ist eine Entscheidungsgrundlage für Einkauf und Entwicklung geworden.

Von der Datenlücke zur Verhandlungsbasis

Vor dem Projekt sah der Einkauf von seinen Mikrocontrollern nur einen dünnen, teils unzuverlässigen Ausschnitt. Jetzt liegen die technischen und die kaufmännischen Daten in einer Struktur zusammen: Der Einkäufer kann einen Preis begründen, sieht je Lieferant, wo er fordern kann, und erkennt über die Ähnlichkeiten, welche Typen sich ersetzen oder zusammenlegen lassen. Dieselbe Reihenfolge trägt auch in anderen Elektronik-Warengruppen: erst die Quelle prüfen, dann die Bezeichnungen vereinheitlichen, dann die Treiber rechnen. Das funktioniert bei jedem Katalogteil.