DARIN · DESIGN + AUTOMATE
Was eine Konstruktionsentscheidung kostet, bevor sie freigegeben ist.
Material, Wandstärke, eine zusätzliche Biegung, eine engere Toleranz, ein anderes Verfahren – jede dieser Entscheidungen gerechnet, solange die Konstruktion noch offen ist. Hier liegen die größten Sprünge, weil noch nichts festgeschrieben ist.
ZWEI HEBEL, EINE RECHNUNG
Entweder ändert sich das Teil oder die Art, wie es gefertigt wird.
Zwei verschiedene Hebel
Design ändert das Teil. Automate ändert, wie es gefertigt wird.
Beides wird ständig durcheinandergebracht, und das ist nicht egal: Das eine braucht eine Freigabe aus der Konstruktion, das andere meist nicht. Wer die beiden auseinanderhält, weiß, wer einer Einsparung zustimmen muss, bevor sie zustande kommt.
D · Design
Spezifikation oder Geometrie ändern
- Anderes Material: eine andere Legierung, eine günstigere Beschichtung
- Weniger Gewicht: dünnere Wände, weniger Rohmaterial, weniger Verstärkungen
- Toleranzen aufweiten, wo die Funktion sie nicht enger braucht
- Ein Merkmal entfällt, das einen eigenen Arbeitsgang verlangt
- Fast gleiche Varianten zu einem Teil zusammenlegen
- Braucht eine Entscheidung der Konstruktion und meist eine erneute Absicherung
A · Automate
Verfahren, Maschine oder Automatisierung ändern
- Fräsen wird zu Guss, sobald die Menge die Form trägt
- Laserschneiden wird zu Stanzen, wenn die Stückzahl steigt
- Ein Maschinensatz, der zum Arbeitsgang passt, statt der schnellsten Maschine im Haus
- Handmontage gegen eine automatisierte Station
- Die Prozesskette anders ordnen, sodass ein Handhabungs- oder Entgratschritt entfällt
- Funktion und Zeichnung bleiben, wie sie sind; nur der Weg dorthin ändert sich
Beides läuft über dasselbe Kostenmodell. Eine Alternative, die das Teil ändert, und eine, die nur die Prozesskette ändert, lassen sich damit auf derselben Grundlage vergleichen.
Dasselbe Teil, zwei Hebel, zwei sehr unterschiedliche Antworten.
FTE-0001 ist ein lasergeschnittener und gekanteter Blechhalter. Bei diesem Teil bestimmt das Material den Preis – deshalb wirkt der Hebel Design stark und der Hebel Automate fast gar nicht. Bei einem Teil mit langen Bearbeitungszeiten ist es umgekehrt. Genau darum werden beide gerechnet.
| Hebel | Ausgangslage | Alternative | Wirkung auf den Stückpreis |
|---|---|---|---|
| Design Material und Gewicht | Stahl · 2,12 €/kg · 13,6 kg | Aluminium · 4,35 €/kg · 4,7 kg | Die Materialkosten liegen trotz des höheren Kilopreises niedriger, weil das Teil rund zwei Drittel seines Gewichts verliert. Ob das überhaupt infrage kommt, entscheidet die Konstruktion. Die Rechnung sagt nur, was es wert wäre. |
| Automate Schneidverfahren und Maschinensatz | Faserlaser · 38,10 €/h · 5.000 mm/min | Tafelschere · 13,00 €/h · 7.000 mm/min | Ein paar Euro. Das Schneiden ist ein kleiner Anteil an einem Preis, den das Material bestimmt – ein Verfahrenswechsel wäre hier Aufwand an der falschen Stelle. |
| Design Eine zusätzliche Biegung oder eine engere Toleranz | Wie gezeichnet | Eine Biegung mehr, oder eine Toleranzklasse enger | Jede Ergänzung ist eine eigene Zeile in der Rechnung: Eine Biegung erscheint als 1 Biegung × Handhabungszeit an der Abkantpresse. Eine engere Toleranz kann eine andere Maschine oder einen zusätzlichen Arbeitsgang nach sich ziehen. Im Konzept gerechnet ist das eine Entscheidung, nach der Freigabe gerechnet ein Änderungsantrag. |
Beispielwerte des Blechteils FTE-0001 aus dem DARIN-Rechner. Ein Beispiel, keine Zusage. Durchschnittlich identifiziertes Einsparpotenzial aus COVALYZE Fast Track- und Plattformprojekten seit 2019. Identifiziertes Potenzial ist nicht dasselbe wie realisierte Einsparung – das Ergebnis hängt von Warengruppe, Lieferantenbasis, Mengenstruktur und Datenqualität ab.
Was die Rechnung nicht entscheidet
Die günstigste Variante ist nicht automatisch die richtige.
Ein Kostenmodell kann Alternativen sortieren. Freigeben kann es sie nicht. Die folgenden Punkte entscheiden, ob eine gerechnete Alternative überhaupt infrage kommt, und sie bleiben bei Ihrer Konstruktion.
Sortiert vom Modell
Freigegeben von Ihrer Konstruktion.
08 Randbedingungen
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Mechanische Eigenschaften
Festigkeit, Steifigkeit, Dauerfestigkeit, thermisches Verhalten. Eine leichtere Variante, die die Last nicht mehr trägt, ist keine Einsparung, sondern ein anderes Teil.
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Toleranzen und Passung
Eine Toleranz ist nur teuer, wenn sie unnötig ist. Wo sie Passung, Dichtheit oder Montage bestimmt, bleibt sie – und die Rechnung zeigt, was sie kostet.
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Zulassung und Freigabe
Regulierte Produkte, Kundenfreigaben und qualifizierte Prozesse schränken ein, was sich überhaupt ändern darf. Dann sind die Szenarien interessant, die die freigegebene Spezifikation nicht anfassen.
-
Oberfläche, Korrosion und Umgebung
Eine günstigere Beschichtung, die die Lebensdauer verkürzt, verschiebt Kosten, statt sie zu senken. Der Vergleich muss bei den Anforderungen gleich sein, nicht nur beim Preis.
-
Menge und Werkzeugkosten
Guss statt Fräsen oder Stanzen statt Laserschneiden lohnt sich erst ab einer bestimmten Stückzahl. Das Werkzeug gehört in die Rechnung, und die Menge, über die es sich abschreiben muss, ebenso.
-
Was der Lieferant kann
Ein anderes Verfahren nützt nichts, wenn der Lieferant es nicht fahren kann. Deshalb lässt sich mit den tatsächlichen Sätzen und Maschinen des liefernden Werks rechnen statt mit einem Branchendurchschnitt.
-
Kosten der Änderung und der Absicherung
Erneute Absicherung, Bemusterung, Dokumentation und PPAP-Aufwand gehören in die Wirtschaftlichkeitsrechnung. Eine Einsparung von wenigen Cent je Stück kann kleiner ausfallen als die Änderung, die dafür nötig ist.
-
Qualität und Zuverlässigkeit
Ausschuss, Nacharbeit und Feldausfälle sind ebenfalls Kosten. Wenn eine Variante günstiger, aber schwerer prozesssicher zu fertigen ist, gehört das auf den Tisch, bevor jemand entscheidet.
Je früher die Zahl da ist, desto mehr ist sie wert.
Die Kosten entstehen nicht, wenn das Angebot eintrifft. Sie entstehen in den sechs Momenten unten – und DARIN hilft in allen, am meisten im ersten.
Zu den 30 %
Bis zu 30 % in der Entwicklung, und warum die Zahl später viel kleiner ausfällt.
In einer bestehenden Warengruppe identifizieren wir im Schnitt 6,5 % Einsparpotenzial. In der Produktentwicklung sind es bis zu 30 % der Produktkosten. Beide Zahlen stimmen, und der Unterschied liegt nicht an der Methode, sondern am Zeitpunkt.
Ist eine Konstruktion freigegeben, steht das Material fest, die Geometrie ist fixiert, das Verfahren ergibt sich daraus, und ein Lieferant ist nominiert. Zu verhandeln bleiben ein paar Prozent. Vorher sind das alles noch Variablen, und das Kostenmodell vergleicht dann wirklich verschiedene Optionen statt Abstufungen derselben.
Die Bedingungen für die höhere Zahl sagen wir dazu: Sie gilt für Entwicklungsprojekte, in denen die Konstruktion noch offen ist, in denen Alternativen technisch zulässig sind und in denen die Entwicklung bereit ist, das Ergebnis auch umzusetzen. Es ist ein Potenzial, das vor dem Design Freeze identifiziert wird, keine Einsparung, die von selbst in der GuV landet.
Durchschnittlich identifiziertes Einsparpotenzial aus COVALYZE Fast Track- und Plattformprojekten seit 2019. Identifiziertes Potenzial ist nicht dasselbe wie realisierte Einsparung – das Ergebnis hängt von Warengruppe, Lieferantenbasis, Mengenstruktur und Datenqualität ab.
Kosten je Merkmal, nicht Kosten je Teil.
Mit einem einzelnen Teilepreis kann die Konstruktion nichts anfangen. Nützlich ist, welches Merkmal welche Kosten trägt, was die Alternativen wert wären und was ihre Absicherung kosten würde.
Wo aus einer Konstruktionsentscheidung Stunden und Euro werden.
Zwei Ansichten, mit denen die Konstruktion arbeiten kann: die Prozesskette, in der jeder Arbeitsgang die Eingabe aus der Zeichnung und die Formel dahinter trägt, und die Karte ähnlicher Teile, auf der Varianten fast gleicher Teile nebeneinanderstehen und ihr Kostenabstand sichtbar wird.
Screenshots aus einem Demo-Mandanten. Die Werte hängen von Ihren Teilen, Materialien und Mengen ab.
Kundenprojekt · Gabelträger
Drei Konstruktionsparameter erklären die meisten Kostenunterschiede.
Bei 75 schweren geschweißten Baugruppen mit je bis zu 15 Bauteilen erklären Mastprofildicke, Bauart der Frontplatte und Höhe der Frontplatte den größten Teil der Kostenunterschiede, bei einer Modellgüte über 92 %. Das ist ein Design-to-Cost-Befund, kein Befund für den Einkauf: Er sagt der Konstruktion, welche drei Entscheidungen sie sich ansehen sollte, bevor sie den nächsten Träger zeichnet, und er hat Überkonstruktion als Zahl sichtbar gemacht.
In der Automotive-Warengruppe für Kontakte zeigte dieselbe Logik auf das Material: Auf das Halbzeug entfielen mehr als 55 % der direkten Kosten, allein Silber legte in der Preisentwicklung um 178 % zu. Genau deshalb lohnt es sich zu prüfen, ob sich Silber dort ersetzen lässt, wo es technisch möglich ist.
Wo Konstruktion und Verfahren die Kosten bestimmt haben.
Weitere Analysen aus derselben Fallsammlung.
Durchschnittlich identifiziertes Einsparpotenzial aus COVALYZE Fast Track- und Plattformprojekten seit 2019. Identifiziertes Potenzial ist nicht dasselbe wie realisierte Einsparung – das Ergebnis hängt von Warengruppe, Lieferantenbasis, Mengenstruktur und Datenqualität ab.
Design und Automate sind zwei von fünf.
Eine Konstruktionsentscheidung steht selten allein: Ein leichteres Teil kann auch verschieben, welches Land sich rechnet, und ein anderes Verfahren verändert die Mengenlogik.
- D Design Material und Gewicht Sie sind hier
- A Automate Prozesskette und Maschinenstundensatz Sie sind hier
- R Re-locate Lohn, Energie und Gemeinkosten je Land
- I Identify Die Sätze des einzelnen Werks statt eines Landesdurchschnitts
- N Negotiate Bestellmenge und Verteilung der Rüstkosten
Häufige Fragen zu Design-to-Cost.
Einsatz in der Entwicklung
Umfang und Grenzen
Rechnen Sie die Entscheidung, solange sie noch eine Entscheidung ist.
Schicken Sie uns eine Konzeptzeichnung, ein 3D-Modell oder ein Teil, das bereits in Serie läuft. Sie bekommen die Kosten je Merkmal, die gerechneten Alternativen und das, was jede davon erfüllen müsste, bevor sie zur Empfehlung wird.