Schrauben, Unterlegscheiben, Kabelbinder, Kabelschuhe, Blechzuschnitte: Einzeln bekommt keines dieser Teile die Aufmerksamkeit einer Schweißbaugruppe oder eines präzisionsgefertigten Bauteils. Über ein ganzes Portfolio summieren sie sich. In einer aktuellen Analyse bei einem mittelständischen Hersteller lagen mehr als 1.800 Teilenummern im Umfang, knapp die Hälfte davon Katalog- oder Normteile. Unser neuer Brancheneinblick zeigt, warum diese Hälfte üblicherweise als ausgereizt gilt und warum die Annahme oft nicht trägt.
Was professionelle C-Teile-Lieferanten leisten, ist viel wert und gehört gesagt: breite Sortimente, Anbindung des Katalogs ans ERP, automatisierte Bestellung, verlässliche Logistik, produktionsnahe Versorgungskonzepte, teilweise Konsignationslager vor Ort. C-Teile-Management zielt traditionell auf niedrigere Prozesskosten, und das zu Recht: Ein gut angebundener Kataloglieferant senkt den Verwaltungsaufwand tatsächlich.
Der blinde Fleck ist ein anderer. Ein Prozess kann reibungslos laufen, während die Preise darunter aus der Form geraten. Alte Preislisten werden fortgeschrieben, neue Teile kommen ohne systematischen Vergleich dazu, Rabatte werden uneinheitlich angewendet, mengenstarke Positionen werden hart verhandelt und der lange Rest wird hingenommen. Operativ funktioniert der Katalog weiter. Kaufmännisch stimmt er nicht mehr.
Ein anonymisiertes Fallbeispiel in der Analyse umfasst mehr als 400 Schraubenpositionen und zeigt das Gegenteil dessen, was der Einkauf erwartet: Bei technisch vergleichbaren Schrauben stiegen die Preise mit der Menge. Sichtbar wurde das nur, weil die Analyse zuerst Schraubenart, Größe, Länge und Beschichtung kontrolliert hat. Genau damit argumentiert sonst der Lieferant, zwei Teile seien nicht wirklich vergleichbar. Die Analyse beschreibt, wie PartIQ und COVALYZE diesen Vergleich tragfähig machen, ohne das Versorgungskonzept anzutasten, das bereits funktioniert.