Neuer Brancheneinblick: Warum Automobilzulieferer ihre Kostentransparenz jetzt überdenken müssen

In der europäischen Zulieferindustrie sind in 18 Monaten fast 80.000 Arbeitsplätze weggefallen. Unser neuer Brancheneinblick sieht darin keine Konjunkturdelle, sondern eine dauerhafte Verschiebung: Wer seine Kosten nicht auf OEM-Niveau beziffern kann, verhandelt nicht mehr, sondern nimmt die Bedingungen an.

Neuer Brancheneinblick: Warum Automobilzulieferer ihre Kostentransparenz jetzt überdenken müssen

In der europäischen Automobilzulieferindustrie sind in 18 Monaten fast 80.000 Arbeitsplätze weggefallen, allein 2024 über 54.000. Unser neuer Brancheneinblick fragt, was hinter dieser Zahl steht: keine Konjunkturdelle, die sich von selbst korrigiert, sondern eine dauerhaft andere Verteilung der Wertschöpfung in der Lieferkette.

Drei Dinge haben sich gleichzeitig geändert. Die Anfragepakete sind von unter 100 Seiten auf 300 bis über 500 Seiten gewachsen und laden CO₂-, ESG- und IT-Sicherheitsanforderungen beim Zulieferer ab, unabhängig davon, ob sie machbar sind. OEMs rechnen mit Greenfield-Kostenmodellen auf Basis theoretischer Bestwerte, sodass beim Zulieferer ein anderswo festgelegter Zielpreis ankommt und kein Einstiegsangebot für eine Verhandlung. Und das Mengenrisiko ist nach unten gewandert: Die Wirtschaftlichkeitsrechnung steht auf Mengenannahmen über fünf bis sieben Jahre, die Abrufe weichen regelmäßig um 30 bis 50 % davon ab, und die Preisnachlässe bleiben trotzdem fest vereinbart.

Die Analyse benennt auch, welches Unternehmensprofil den Druck am stärksten trägt. Tier-2- und Tier-3-Fertiger mit 50 bis 500 Mio. € Umsatz sind zu klein, um die Konditionen der OEMs zu beeinflussen, und zu abhängig, um sich ihnen zu entziehen.

Das ist kein Managementfehler. Das System ist derzeit so gebaut, und deshalb endet die Analyse damit, was ein Zulieferer darin tun kann. Wer seine Kostenposition aus den eigenen technischen Daten neu aufbaut, kann dem Greenfield-Modell eine Gegenkalkulation entgegenstellen, statt es einfach zu unterschreiben.

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