Ein weltweit tätiger Maschinenbau-OEM wollte wissen, was die Preise für Mikrocontroller in seinem Elektronikeinkauf bestimmt. Der interne Datensatz umfasste 190 aktive Mikrocontroller, beschrieben durch je fünf technische Parameter. Einer davon war unbrauchbar, weil die sehr kleinen Gewichtswerte in der Tabelle wegrundeten.
Es fehlten nicht nur Daten. Die benötigten technischen Merkmale standen in externen Katalogquellen, doch jede Plattform benannte sie anders, Angaben zur Bauform lagen verstreut, und die Pinanzahl tauchte unter mehreren Bezeichnungen auf. Ohne einheitliche Bezeichnungen konnte der Einkauf Teile nicht vergleichen, Lieferantenpreise nicht hinterfragen und keinen Tausch gegen ein gleichwertiges Teil belegen.
COVALYZE PartIQ hat die Katalogplattformen gegeneinander getestet, die MPN als eindeutigen Schlüssel genutzt und die technische Datenbasis von 5 auf 200 Parameter je Mikrocontroller erweitert. Nach dem Vereinheitlichen der Bezeichnungen und dem Ausfiltern dünn besetzter Merkmale hat COVALYZE Analytics das Modell auf rund 80 relevanten Parametern gerechnet. Es erreicht eine Güte von 92 % und zeigt eine klare Rangfolge der Kostentreiber: Die Pinanzahl erklärt rund 45 % der Preisunterschiede, der Speicher 28 %, die Stückzahl nur 7 %.
Das verschiebt die Verhandlungslogik. Volumen zu bündeln ist nicht der Haupthebel. Mehr bringt es, die Lieferantenbasis zusammenzuführen, technisch gleichwertige Teile zu tauschen, die Spezifikation künftiger Konstruktionen zurückzunehmen und die mehr als 20 Lieferanten technisch vergleichbar zu machen. Über ein bewertetes Einkaufsvolumen von mehr als 7 Mio. € hat die Analyse ein Einsparpotenzial von über 12 % identifiziert.
Aus der Datenanreicherung wurde eine Faktenbasis für den Einkauf: Der Kunde sieht, welche Merkmale den Preis treiben, wo er gegenüber einem Lieferanten Gewicht hat und welche Bauteile sich vereinheitlichen lassen.